Sonntag, 5. August 2007

Morgens um sieben ....

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Vier Elstern sitzen in den Zweigen des abgestorbenen Birnbaums und halten eine konspirative Sitzung ab. Ein Taubenpärchen gurrt sich unterdessen verliebte Laute zu. Ringelblumen blühen still und bescheiden auf dem Beet, das eigentlich ein kleiner Gemüsegarten werden sollte. Die Hortensien dagegen stellen stolz ihre überbordende pinkfarbene Blütenpracht zur Schau.
Der Froschkönig ist auf dem Weg zu seiner Zinkwanne, um wie jeden Mogen vergeblich nach einer goldenen Kugel zu tauchen. In der Pfütze vom längst vergessenen letzten Regenschauer nimmt eine hübsche Amsel ihr Morgenbad. Zwei Möven sind auf Landausflug und kreischen hoch in der Luft ihren gefiederten Genossen einen seemännischen Gruß zu. Zitronenmelisse, Lavendel, Rosmarin und Minze fechten einen Wettbewerb um den schönsten Duft aus und die kleinen Buschröschen blicken bewundernd zu ihrem Vorbild, der roten Edelrose auf.
Lust der Augen, Genuss für Nase und Ohren, Morgenkühle auf der Haut.
Plötzlich klappt laut eine Tür und die Nachbarin ruft einigen kommenden Bauarbeitern Anweisungen zu. Der Zauber ist gebrochen. Ich nehme meine leere Kaffetasse vom Terrassentisch und gehe ins Haus, um mich für die Arbeit fertig zu machen.

Sonntag, 29. Juli 2007

Unsere Mülltonne

ist voller Windeln, die Wohnung irgendwie leer ... Die drei Hamburger sind fort.
Wir hatten eine schöne Woche zusammen, eine Mischung aus Urlaub und gemeinsamer Arbeit an unserer Hütte. Sebo, Mareike und Sara haben dort bereits mehrmals auf der Schlafebene genächtigt und sich sehr wohl gefühlt. In den nächsten Tagen ist die letzte Deckenverkleidung und Rest tapezieren dran, anschließend kommt der Fußboden rein. Und dann kommt das Schönste: Einrichten!
Mareike hat den bornholmroten Anstrich außen vollendet, vor der Hütte steht der Apfelbaum, voll beladen mit bald reifen Früchten; Lavendel, Rosen und Phlox blühen, und alles sieht wunderbar wild romatisch und verwunschen aus.
Die Zeit mit Sara war mir sehr kostbar. Wie schnell man sich an so ein kleines Wesen gewöhnt, wenn man es jeden Tag um sich hat! Einmal habe ich sie auf dem Arm, rede ein bißchen mit ihr, und plötzlich steigt aus den Tiefen meiner Seele ein heißes Gefühl wie ein isländischer Geiser auf, zu Worten kristallisiert: "Ich hab' dich so lieb, kleiner Schatz!" und mir schießen die Tränen in die Augen. Ich bin verliebt.
Da Freud und Leid immer nahe beieinander liegen, kann leider die andere Seite auch nicht fehlen: Der routinemäßige Besuch beim Arzt war nicht so erfreulich. Ein seit Monaten beständig abnehmender und nun ein so stark zurückgegangener Hämoglobinwert, dass man ihn nicht länger ignorieren darf: Ich muss unbedingt ein Eisenpräparat nehmen. Welches sich nicht mit meinen Schilddrüsenhormonen verträgt, die ich wegen Unterversorgung nehmen muss. Was heißt, dass ich sie in einem zeitlichen Abstand voneinander schlucken muss, was wiederum bedeutet, dass ich nun vier (4!) Mal täglich Pillenzeugs einwerfen muss. Außerdem bekam ich mal wieder ein neues Medikament verschrieben, weil mein Bluthochdruck bisher einfach nicht in den Griff zu kriegen war. Dieses jedoch beeinträchtigt wiederum meinen Elektrolythaushalt, insbesondere läßt es die Bestände an Calcium und Magnesium in meinem Körper sinken, welche ich doch so dringend brauche, weil ich nachts so häufig Wadenkrämpfe bekomme. Also muss ich wohl auch dafür ergänzende Mittel nehmen. Ich benötige bald keine Mahlzeiten mehr. Die Tabletten reichen als Sättigungsmittel völlig aus.
Ich hasse das! Ich rauche nicht, ich trinke nicht, aber ich bin gezwungenermaßen von Tabletten abhängig. Was ich nicht will! Aber nicht anders geht. Sch...!
Immerhin war mein Blutzuckerwert in Ordnung. Wenigstens etwas. Steckt eben harte Disziplin und Verzicht dahinter. Mein Sohn rät mir zusätzlich zu mehr Sport. Ich weiß! Ich weiß! Gut zum weiter Abnehmen und für den Blutdruck. Aber nach 8 Stunden Turnen hinter dem Rezeptionstresen mag ich einfach nicht mehr. Und durch die fehlenden roten Blutkörperchen bin ich immer soooo müde! Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Schätze, das wird mein nächstes Feld werden, das ich zu beackern habe ...

Sonntag, 22. Juli 2007

Kinder, Kinder ...

Volles Haus seit dem Wochenende: Sebo und Mareike sind samt Sara für eine gute Woche bei uns und verbringen hier ihren Urlaub, Fabi ist sowieso da, um sich von seinen Prüfungen zu erholen und - schöne Überraschung! Annika konnte sich wenigstens zwei Tage Zeit nehmen, um uns in Cux. zu besuchen. So waren wir als Familie komplett und hatten ein super schönes WE mit dem, was immer dazugehört: Frühstück bis zum Mittag, Tee in Strömen und Grillen ohne Limit.
Außerdem fand am Samstag die Hochzeit von Kristin (ehemals Eggers) und Kai Flottmann statt, auf der wir eingeladen waren.
In all dem Trubel und der Freude über Kinder und Enkelkind bin ich nach wie vor in nachdenklicher Stimmung. Irgendetwas arbeitet in mir, es hat u.a. etwas - wie bereits angesprochen - mit der Gestaltung der Zukunft zu tun. Aber da ist auch eine ganz leise Traurigkeit darin, die ich noch nicht richtig einordnen kann, weil mein äußeres Leben zur Zeit recht rund läuft.
Doch damit werde ich mich wohl später auseinander setzen. Jetzt ist erst mal Familie dran und meine Arbeit ...

Sonntag, 8. Juli 2007

Weite Kornfelder


mit vielen Mohnblumen - das wird mir von unserem Kurztripp wohl am meisten in Erinnerung bleiben. Die mecklenburgische Landschaft hat mich zuweilen sogar entfernt an die Toskana erinnert: die sanften Hügel mit vereinzelten Bäumen oder Baumgruppen am Horizont und der weite nolde'sche Himmel drüber. Schön!
Klasse Unterkunft in einem 250 Jahre alten, sehr gut restaurierten Fachwerkhaus mit Bauerngarten und altem Baumbestand.
Wismar selbst sehr nett, mittelalterlich, kleiner als ich dachte.
Für Hartmut und mich insgesamt eine sehr entspannte Zeit. Wir waren uns einig: Kein Soll-Programm, sondern sich einfach nach Lust und Laune treiben lassen. Das hat uns gut getan.
Rückfahrt über Hamburg, Sebo, Mareike und Sara besucht. Wir sind erneut begeistert von unserer Enkelin.
Jetzt kann (und wird!) der Alltag wieder kommen.

Dienstag, 3. Juli 2007

Ganz spontan

kommt Hartmut nach Hause und sagt: Ich hab mir ab Donnerstag zwei Tage frei genommen. Wollen wir nicht irgendwohin fahren? Ich bin begeistert. Schnell Altas rausgeholt. Wo könnte man mal zwei/drei Tage verbringen? Bei potenziell schlechtem Wetter? Hmmm. Städtereise wäre in dem Fall richtig. Wenn's regnet, kann man immer noch Museen besuchen oder in Cafés rumhängen. Was für eine Stadt? Eine am Meer natürlich! Welche kennen wir noch nicht? Mit dem Finger die Landkarte entlang ...
Es wird Wismar werden, das sich auf unseren Besuch freuen kann!



Ich find's immer schön, mal ganz neue Landschaften und Orte kennen zu lernen. An der Ostsee war ich kaum mal. Stippvisiten in Kiel und Lübeck, Timmendorfer Strand - sonst nichts.
Im Internet eine preiswerte Pension in Strandnähe gefunden, telefoniert und alles klar gemacht. Übermorgen geht's los! Juhuu!

Freitag, 29. Juni 2007

In der schönsten Stadt der Welt ...


bin ich in den letzten Tagen zwischen Eimsbüttel und Barmbek gependelt und habe meine Kinder und mein Enkelkind heimgesucht. Bis auf das Wetter waren es rundum schöne Tage: Sara geknuddelt, Kuchen gebacken, Mareikes lebhafte und Sebos stille Art genossen, mit Schwiegertochter und Enkelin das Gewürzmuseum besucht, shoppen - allein und mit den anderen weiblichen Familienmitgliedern, die Autofahrten mit Annika genutzt, um mit ihr ein bißchen zu erzählen, Mareikes Geburtstag auf dem neuen schicken Balkon gefeiert mit ihnen allen und ihren ( und z.Tl. auch meinen) Freunden, Gespräche, Spaß ... Es tut mir wohl, dass ich einfach da sein darf und sie mich Teil ihrer Gemeinschaft sein lassen, obwohl ich so viel älter bin als sie. Das bedeutet mir viel und ist nicht selbstverständlich.
Besonders schön: Sara in meinen Armen eingekuschelt, wie sie mich anschaut und lächelt - das war einer der Höhepunkte.
Und dann nach diesen Tagen nach Hause zu kommen, wo mich Hartmut erwartet und wir uns wieder ganz neu aneinander freuen können, erzählen, nah beieinander ... Es ist schön, dass wir einander frei geben können, damit jeder für einige Tage eigene Wege gehen kann. Und richtig schön, dann wieder zusammen zu sein.
Heute habe ich ein Zitat gelesen:
"Dankbarkeit setzt die Fülle des Lebens frei. Sie macht das, was wir haben, zu genug und mehr. Sie verwandelt Verleugnung in Akzeptanz, Chaos in Ordnung, Verwirrung in Klarheit. Sie kann Essen zu einem Festmahl machen, ein Haus zu einem Heim, einen Fremden zu einem Freund. Dankbarkeit bringt Sinn in unsere Vergangenheit, Frieden in unser Heute und eine Vision für die Zukunft. "(Melody Beatty)
Das ist es, was ich gerade empfinde: Dankbarkeit.

Donnerstag, 21. Juni 2007

Integration


Zur Zeit sind zwei größere Gruppen mit geistig und/oder körperlich behinderten Menschen bei uns im Hotel zu Gast. Schöne Sache. Nur ... Die Minderheit der Gäste sind jetzt Nichtbehinderte. Es ist also im Moment in diesem Umfeld "normal", behindert zu sein. Und das gibt Probleme. Mit den gesunden Gästen, wohlgemerkt - die sich beschweren über die Lautstärke, Präsenz, Manieren der Behinderten. An uns Mitarbeiter ist es nun, zu beschwichtigen, zu erklären, zu vermitteln, Verständnis zu wecken ...
Wir arbeiten hart an der Integration der Nichtbehinderten!

Montag, 18. Juni 2007

Seit Jahren schon will ich wissen ...

... wie die Generation unserer Kinder (so ca. zwischen 20 und 30 Jahren) tickt, wie sie denkt und fühlt. Ich habe sie und ihre Freunde öfter mal gefragt und so dies und das in stern und Spiegel gelesen. Alles wichtige Infos, die ich da bekam.
Aber den besten, umfassendsten und genialst formulierten Einblick habe ich in dem Internetforum www.futurefaith.de bekommen.
Ich ticke anders, klar, ich gehöre ja auch einer anderen Generation an, bin auch nicht mit allem einverstanden, wie's so läuft. Aber das ist mal 'ne Grundlage, um überhaupt was zu kapieren, auf der man sich verständigen kann, mit der man arbeiten kann. Absolut super!

3, 2, 1 ... meins!


Vor ein paar Tagen habe ich die Steuererklärungs-Software für das Steuerjahr 2006 von WISO bei ebay ersteigert und damit immerhin 10 € gespart.

Von meinem Urlaub trennen mich also nun noch außer ein paar Tagen Arbeit:

1. mein Anteil am BaföG-Antrag meines Sohnes, 2. der erneute Antrag des Kindergeldes zweier Kinder und 3. – ja, die Steuererklärung 2006, die bereits im Mai beim Finanzamt hätte sein sollen.

Erst wenn das alles erledigt ist, werde ich meine freien Tage so richtig genießen können. Ich hoffe also, dass das Päckchen Anfang der Woche kommt und ich mich an die gehasste Arbeit machen kann. Grrr!

Donnerstag, 14. Juni 2007

Baustellen ...



des Lebens oder so ähnlich wird eine Predigtreihe ab September in unserer Gemeinde heißen. Ich komme gerade vom Vorbereitungstreffen unseres Arbeitskreises Gottesdienst wieder und bin sehr beglückt über die vergangenen 2,5 Stunden.
Wir wollten Themen ansprechen, die jeden beschäftigen, Dinge, womit jeder zu tun hat, aber trotzdem nie recht fertig damit wird. Baustellen halt ...
Doch statt darüber zu reden, was "die Godi-Besucher" vielleicht brauchen, haben wir über unsere eigenen Baustellen geredet und waren total offen: Über Selbstzweifel, über Umgang mit Geld, über Charakterschwächen, über häufige Wutanfälle, über Chaosmanagement, über Sexualität (Ich weiß nicht, ob je in einem solchen AK über oralen Sex gesprochen wurde. Bei uns ja.)
Eines ist uns jedefalls total wichtig: Dass keiner von uns und keiner der späteren Zuhörer mit folgendem Spruch nach Hause geht: