Freitag, 26. Oktober 2007

Post für unsere Tochter ...

ihres Zeichens Rettungsassistentin. Dies ist eine Web-Seite für Dich, Annika: www.rosa-blaulichter.de. Nicht so toll aufgebaut, aber immerhin der link für weibliche Rettungssanitäter mit Humor. Daraus ein Bild:


und noch ein paar "Weicheiwörter" aus dem Genre:

- 100jährige-Reanimierer
- Auf-NDF-Warter
- Einmaldecken-Wegwerfer
- Doktor-Sietzer
- Blaulicht-Ampelrot-Bremser

Viel Spaß!

Samstag, 20. Oktober 2007

Wildwechsel

.


Ich fahre erschöpft von der Arbeit heute abend in der Dämmerung durch die Heidefelder nach Hause, träume so ein bißchen vor mich hin - da quert plötzlich ein ausgewachsenes Reh direkt vor meinem Auto die Straße.
Mann, ist mir ein Schreck in die Glieder gefahren. Jetzt weiß ich auch, warum es "Wildwechsel" heißt. Weil man mit dem rechten Fuß wie wild wechselt - vom Gaspedal zur Bremse.
Ist jedenfalls noch mal gut gegangen. Kein Rehbraten heute. Aber ich weiß nicht, wer sich mehr erschrocken hat - ich oder das Reh.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Evolution of Dance

Die Zeitspanne meines Lebens - mein Zeitalter - getanzt. Ich glaub, da habe ich wohl einiges verpasst! ;-) Allerdings vermisse ich dagegen die Songs von Uriah Heep und Deep Purple & Co. Das war meine Musik!

http://www.youtube.com/watch?v=dMH0bHeiRNg

Dienstag, 16. Oktober 2007

Ist schon komisch ...


kaum klebe ich mal wieder (wie oft eigentlich noch?) an diesen blöden Identitätsfragen (Wer bin ich? Was macht mich wirklich aus?), da setzt mich Gott auf den Pott, seufzt und sagt: "Okay, also noch mal. Hab ich dir zwar schon hundert Mal erklärt, aber wenn Du's brauchst, eben noch ein weiteres Mal." Und zwar in Form des letzten WE-Seminars auf dem Dünenhof durch die wunderbare Vreni Theobald.
"Zwischenbilanz - was mein Leben ausmacht" war das Thema, und es ging hauptsächlich um Frauen in der Lebensmitte. Jeder, der ein Unternehmen führt, weiß darum, wie wichtig eine Zwischenbilanz ist, um eine Übersicht über die Geschäftslage zu bekommen und vor der endgültigen Bilanz am Jahresende noch Kurskorrekturen vornehmen zu können.
So hatte ich Gelegenheit, in meinem Leben Zwischenbilanz zu ziehen. Und ich hab gemerkt, dass ich tatsächlich auf ganz gutem Weg bin - hatte ich nur zwischenzeitlich wieder aus den Augen verloren (siehe post "Nebelfahrten").
Denn die Aufgaben, die den Frauen in der Lebensmitte gesetzt sind, bin ich bereits intensiv angegangen und habe sie bisher auch einigermaßen gut bewältigt:
- körperliche und seelische Umstellungsprozesse akzeptieren
- sich selbst ehrlich wahrnehmen, Veränderungen positiv einordnen
- Neufindung in der Partnerbeziehung
- Kinder loslassen
- neue Frage nach Beruf und/oder ehrenamtlicher Tätigkeit
- Fürsorge für alt werdende Eltern
Das Ziel dieser Aufgabenstellung ist, den Übergang in die 2. Lebenshälfte zu meistern, sensibel zu werden für neue Lebensimpulse, die sich mehr nach "innen" wenden, den Wechsel anzunehmen von biologischer zu geistlicher Fruchtbarkeit und Mutterschaft.
Wenn ich mir diesen Katalog anschaue, so kann ich erkennen, dass ich genau diese Punkte in den letzten Jahren "abgearbeitet" habe, zum Teil auch noch dabei bin. Was legitim ist, denn nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen können diese "Wechseljahre" (nicht nur biologisch gesehen!) bis zu 14 Jahren andauern.
Dass dieser Prozess auch mit Krisen verbunden ist, ist ja klar. Da will nicht Gelebtes mit Macht hoch kommen und fordert ihr Recht. Die äußere Fassade bröckelt - damit meine ich nicht nur das Aussehen. Die Zeit der Anpassung an Menschen und totale Unterordnung unter die Erfordernisse des täglichen Lebens ist vorbei. Man möchte authentisch, echt werden. Eigene Bedürfnisse wahr nehmen und leben. Ehrlich sein. Die innere Gestalt will wachsen und bekommt mehr Autorität. Die innere Schönheit wird jetzt wichtig, nicht mehr die äußere. Da werden auch noch mal Heilungsprozesse in Gang gesetzt. Das Leben wird vertieft. Versöhnung mit der eigenen Lebensgeschichte und mit Menschen kann statt finden. Ich kann erkennen, dass ich Glied einer Generationenreihe bin. Ich kann mich fragen "Was geht durch mich weiter?". Ich kann die wunderbare Aufgabe annehmen, Begleiter und geistliche Stütze meiner Kinder und Enkelkinder zu sein.
Ich darf in die zweite Reihe treten, die Jüngeren fördern. Ich darf das Leben genießen. Ich darf um meine eigene Unverwechselbarkeit wissen und sie bejahen.
Ich bin also durchaus auf dem richtigen Weg. Was mich vorher so umgetrieben hatte: Da muss doch noch mehr sein, das reicht doch nicht, ich muss doch noch etwas wirklich Großes bewirken in dieser Welt. Das Gefühl: Ich genüge nicht. Was ich tue, reicht nicht aus.
Was mir an dem WE geholfen hat, war Vrenis Geschichte, die sich genau mit dieser Frage des "Nicht-Genügens" gequält hatte und damit zu einer Seelsorgerin gegangen war. Sie hatte gehofft, gesagt zu bekommen, dass sie - Vreni - doch genüge, gut genug sei. Was tat aber die Seelsorgerin? Sie lachte Vreni herzlich aus. Und dann sagte sie: "Genau, du hast es erkannt - du genügst nicht! Aber kein Mensch genügt. Das ist ja das Tolle an Jesus, dass er unseren Mangel, unser Nichtgenügen vollständig ergänzt und ausfüllt, so dass es am Ende gut ist."
Tja, da hatte ich es nun wieder. Mein Perfektionismus war mal wieder entlarvt. Und das Befreiende daran: Ich darf sein wie ich bin, ungenügend, voller Fehler, Versagen, Mängel, Lücken. Gut so.

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Ich stehe

vor einem winzigen Stück Land - kaum 3 qm groß, das aussieht wie ein Miniatur-Bauerngarten: üppig blühende Fetthenne, Skimmie und sich dicht an dicht kuschelnde rote Begonien, umrahmt von grünem Buchsbaum. Papas Grab.
Heute wäre mein Vater 80 Jahre alt geworden, und ich bin früh morgens noch vor der Arbeit über den stillen herbstlichen Friedhof gegangen, um ihm ein paar Blumen hinzulegen. Ich bin allein und halte stumme Zwiesprache mit ihm. Der Ort an sich bedeutet mir nichts. Ich weiß, er liegt nicht hier unter der braunen Erde. Er ist endlich zu Hause. Aber irgendwo geht man halt hin, wenn man in besonderer Weise an Verstorbene denken möchte. Mein Vater hat nichts von den Blumen. Er ist jetzt umgeben von überwältigender Schönheit - dagegen kann ein einfacher Blumenstrauß nicht an. Warum bedeutet es mir dann so viel, dieses Geburtstagsgeschenk auf sein Grab zu legen? Vielleicht, weil ich, weil Menschen überhaupt, Symbolhandlungen brauchen als Wegzeichen, als Orientierungspunkte im Leben. Es ist ein kleines verspätetes Dankeschön für alles, was mein Vater für seine Familie Gutes getan hat. Für das, wofür er stand: Gutmütigkeit, Großzügigkeit, stille Treue, Fleiß, Selbstlosigkeit. Diese postitiven Dinge sind durch ihn als Potential auch in uns Kindern angelegt und wir können sie weiter geben. Und das, was vielleicht schwierig an ihm war, dürfen wir getrost und gelassen so stehen lassen.
Langsam gehe ich über die belaubten Wege dem Ausgang zu. Es ist schön, Frieden zu haben - mit Lebenden und mit Toten.

Dienstag, 9. Oktober 2007

Husten, Schnupfen, Heiserkeit ...

mich hat's voll erwischt. Ich wundere mich immer, dass man sich bei einer der harmlosesten Krankheiten, die es überhaupt gibt, so erbärmlich fühlt. Die teuer erstandenen Medikamente Mucoangin, Sulagil etc. haben zwar schöne Namen, aber bis jetzt noch gar nichts geholfen.
Und krank feiern ist nich drin - ich mach ja schon Urlaubsvertretung für meine Kollegin. Also Augen zu und durch ...

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Nebelfahrten

.
Ich gehe früh morgens an der Elbe entlang, kurz vor ihrer Mündung in die Nordsee, da, wo sie sich in einer großzügig geschwungenen Bucht erweitert und so tut, als sei sie schon das Meer. Es ist diesig, ein schwerer grauer Himmel, das andere Ufer nicht zu sehen, und die Wellen laufen glucksend an die Böschung. Möwen segeln über mir. Ab und zu tauchen aus dem Nebel Containerschiffe auf und verschwinden leise im Nichts.
Einer inneren Unruhe folgend habe ich das Weite gesucht. In den letzten Wochen war mein Leben mit Gott irgendwie auf Sparflamme. Ab und zu ein Stoßgebet ... Ich kreise um Gott wie ein Mond um seinen Planeten. Anziehungskraft und Fliehkraft halten mich in einer elypsenförmigen Umlaufbahn - mal näher, mal ferner von ihm. Wirklich eng haben wir es zur Zeit nicht ...
Mein Glaube ist wie eines dieser Containerschiffe, die an mir vorbei ziehen: ab und zu taucht er aus dem Nebel auf und verschwindet dann wieder. Nicht, dass er wirklich weg wäre. Doch der Nebel ist dicht, und das Schiff ist schwer beladen.
Ich wünschte, mein Glaube wäre wie ein bunt beflaggtes Segelschiff, dass in strahlender Sonne auf blauen Wellen unter vollen Segeln seine Bahn zieht. Ein Augenschmaus für alle, die es sehen. Davon bin ich weit entfernt.
Was ist es nur? Was treibt mich um? Letztendlich reduziert es sich immer wieder auf diese drei Fragen: Wer bin ich? Wer bist du, Gott? Was haben wir miteinander? Nach dreißig Jahren Glaube noch immer diese Unsicherheiten. Hört das denn nie auf?
Es ist nicht so, dass ich gar keine Antworten auf diese Fragen hätte. Aber das Leben ... das Leben. So undurchsichtig. Und meine Gedanken - so durcheinander.
Es dauert lange, bis ich endlich die Hürde nehme: vom Kreisen um Gott bis hin zur direkten Ansprache. Zum Du. Da wird es plötzlich leichter. Der Nebel lichtet sich etwas. Ein kleiner Sonnenstrahl. Wärme.

Dienstag, 2. Oktober 2007

Ich liebe Carlos ...

aber Hartmut ist nicht eifersüchtig. Denn Hartmut liebt Carlos auch. Das ist aber auch ein feiner Typ - großzügig, gastfreundlich, einladend, weich und warm - und er ist sehr gutaussehend! Man kann sich an ihn anlehnen und sich einfach gehen lassen. So leicht nimmt er einem nichts übel. Er ist einfach der Beste - und gehört der Berufsgruppe der Mega-Sofas an.


Seit ein paar Wochen bildet er den Mittelpunkt unserer Hütte und wird gerne von uns belagert.


Bequem kann man auch zu zweit darauf liegen. Oder es können bis zu vier Leuten nebeneinander sitzen. Von ihm aus haben wir den besten Blick in unseren Garten.





















Oder durch unser Fenster zum Himmel:


Es ist unser Ort für liebe Gäste und für uns selbst - zum Abhängen, zum Lesen, zum Quatschen, zum in die Natur gucken, zum Träumen, zum Frust verlieren, zum Spannungen abbauen, zum mit Gott reden, zum Genießen.
Ein winziges Stück Himmel auf Erden. Wer so was braucht, ist uns immer herzlich willkommen!


Danke, Hartmut, für den Bau der Hütte, für ein Jahr Arbeit und alles, was von Dir drinsteckt: Viel Liebe, viele Ideen und Phantasie, viel Schweiß, etliche Schmerzen (Leitersturz) und echtes Durchhaltevermögen! Und: Dich liebe ich mehr als Carlos!

Gelesen und gefühlt

.

Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,

als welkten in den Himmeln ferne Gärten;

sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde

aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.

Und sieh dir andere an: es ist in allen.

Und doch ist Einer,

welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.


Rainer Maria Rilke

Donnerstag, 27. September 2007

Intensive Zeit

Gordon MacDonald war da, Ralf war da, ich hatte Geburtstag und am vergangenen Wochenende sehr viel Arbeit - es fällt mir nicht leicht, die letzte Woche zusammen zu fassen.
Daher nur so viel: Es war eine gute und tiefe Zeit, deren einzelne Elemente irgendwie ineinander gegriffen haben und die nachhaltig in mir weiter arbeitet...