Sonntag, 18. Januar 2009

Morgenrot ...


vorm Hotel kündet Regen an. Morgens arbeiten, kein Problem, aber nachmittags ...
Schwierig, wenn man in einer kultuellen Wüstenei lebt und es bei 4 Grad regnet. Entweder man gesellt sich zu den Möwen, die ebenfalls gelangweilt in der Bucht rumhängen, und guckt vom grauen Strand aufs graue Meer und in den grauen Himmel ...


... oder man besucht mit seinem Mann das Bremerhavener Auswanderermuseum, wie heute geschehen. Sieben Millionen Menschen haben in den letzten Jahrhunderten von Bremerhaven aus Deutschland verlassen und sind nach Australien, Nord- oder Südamerika ausgewandert. In diesem mit dem European Museum of the Year Award 2007 ausgezeichneten Erlebnismuseum bekommt man eine Bordkarte, nimmt die Identität/Biographie eines realen Auswanderers an und tritt eine aufregende Reise an Bord eines Dampfers an. Man erlebt, was es heißt, in der 3. Klasse auf einer Holzpritsche die Fahrt über den Atlantik anzutreten, die Inspektionen der Einwandererbehörden auf Ellis Island zu durchlaufen und endlich in der neuen Heimat anzukommen.
Außerdem kann man eine riesige Datenbank nach ausgewanderten Vorfahren befragen. Spannend!

Sonntag, 11. Januar 2009

Christliche Prominenz

in Cuxhaven: Heute hielt Landesbischöfin Margot Käßmann zum Auftakt der Allianzgebetswoche die Predigt in der übervollen St. Petri Kirche. Solide, aber unspektakulär und ohne wirklich Neues sprach sie über Hebräer 11: "Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht in Bezug auf das, was man erhofft, ein Überzeugtsein von Tatsachen, die nicht sichtbar sind ...". Glaube und Zweifel, Glaube und Wissenschaft, Glaube und Gebet - alles wurde mal gestreift, aber nicht vertieft. Trotzdem spürte man ihre starke Persönlichkeit - eine interessante und seit ihrer Scheidung sehr umstrittene Frau aus der christlichen Szene.
Der Chor mit lateinischen Gesängen war Spitze, die Orgelinterpretationen dagegen gewöhnungsbedürftig (klangen streckenweise wie Musik aus einem Horrorfilm, kurz bevor der Mörder zuschlägt). Insgesamt war das ein netter Ausflug in die ev. Landeskirche, aber irgendwie könnte ich dort wohl keine Wurzeln schlagen ...

Samstag, 10. Januar 2009

Fotosafari auf Norddeutsch

Wisente, Auerochsen und Wildpferde ... die gibt es nur zwölf Kilometer von unserem Zuhause in einem weitläufig eingezäunten Gebiet in der Altenwalder Heide. Da ich sie bisher noch nie zu Gesicht bekommen habe, beschloss ich heute morgen, mich auf die Pirsch zu begeben, bewaffnet mit meinem nagelneuen Fotoapparat, den Hartmut mir zu Weihnachten geschenkt hatte. Ich stieg also in meine Boots und stiefelte bei bestem Wetter los. Obwohl ich einmal das gesamte Areal umrundete, begenete mir keines dieser wilden Tiere - sie hatten sich wohl tief im Wald versteckt. Immerhin bekam ich neben einer Möwe noch drei Rehe vor die Linse.
Und Spaß gemacht hat der Spaziergang trotzdem. "Sommer ist, was in deinem Kopf passiert ..."!


Suchbild: Landschaft mit drei Rehen


Freitag, 9. Januar 2009

Ödnis

Januar und Februar sind für mich oft Monate der Ödnis. Sie droht mir auch an diesem Wochenende (Hartmut ist auf einem Seminar und Freunde sind ausgebucht). Um dem zu entgehen, bitte ich um hilfreiche Vorschläge sinnvoller Beschäftigung, außer:

Hausputz
Einkommensteuererklärung
Gartenzaun streichen
Fernsehen

Gerne nehme ich statt dessen Buchempfehlungen und Tipps für verrückte Aktionen entgegen. Vielen Dank.

Montag, 5. Januar 2009

Abschiede, Neuanfänge und andere Alltäglichkeiten

Das neue Jahr wartet mit den üblichen Veränderungen auf. Fabi wird Ende Februar von Emden nach Hamburg wechseln, um im Rahmen eines Praktikums bei BibelTV seine Bachelorarbeit zu schreiben. Annika hat dagegen ihre Hamburger Wohnung aufgelöst, sitzt gerade im Zug Richtung Haiger, wo sie sich vier Monate lang bei der DIGUNA auf ihren mindestens zweijährigen Einsatz in Afrika vorbereitet. Ursprünglich sollte es ja der Kongo werden, doch durch die Situation dort ist das wieder in Frage gestellt. Vielleicht landet sie statt dessen auch in Uganda oder im Südsudan. Ein Abschied auf Raten ...
Alles bleibt anders - das könnte als Motto über unserer Familie stehen. Da war es schön, dass wir über Weihnachten noch einmal wieder alle zusammen waren. Ich habe das Beisammensein genossen und bin so dankbar für meinen Mann, unsere beiden Söhne und unsere drei Töchter (inkl. Schwiegertochter und Enkeltochter). Sie alle bringen ein Stück ihres Lebens mit nach Hause, das sich dann in meinem Herzen verankert. Emotional ist es dann oft so, als geriete man in einen Wirbelsturm. Gut zu wissen, dass ein Weiserer und Größerer als ich die Verantwortung für die Kinder trägt ...


Unser aktuellstes Foto vom 25. Dezember

Dienstag, 23. Dezember 2008

Ein Unruheherd ...

... mitten in Cuxhaven: meine heimische Kochstelle. Die Herdplatten hören nicht auf zu glühen, während der Wintergarten zum Großraum-Kühlschrank umfunktioniert und mit Vorräten für den halben Winter vollgestopft ist: Meine Kids sind da. Das heißt, bisher erst die eine Hälfte. Der "Rest" kommt am 25. Die Bescherung haben wir auf das Datum verschoben, damit alle dabei sein können. Und am 26. wird wieder der Geburtstag meiner Mutter mit weiteren Gästen gefeiert. Ich freue mich auf das alles, denn ich mag es, für viele Leute zu kochen, sie rundum zu verwöhnen und dann gemeinsam um den Tisch zu sitzen und zu erzählen.
Gestern hatten wir bereits einen total schönen gemütlichen Familienabend mit interessanten und überraschend tiefen Gesprächen, und heute hatten wir sehr viel Spaß beim Weihnachtsbaumeinkauf, der bei uns traditionell in letzter Minute besorgt wird. Wie jedes Jahr hat er einen Namen bekommen, diesmal hat Fabi ihn ausgesucht: Ute Nordmann.
Jedenfalls: Die Feiertage haben entspannt und fröhlich begonnen, und ich bin zuversichtlich, dass es so weitergeht.
Allen blog-Lesern wünsche ich ebenfalls ein fröhliches und gesegnetes Weihnachtsfest!

Sonntag, 21. Dezember 2008

Weihnachtsbotschaft

Blutige Stirn beim Laufen gegen Wände, unsicheres Wissen, verschleierte Zukunft - ER heißt Wunder-Rat.
Fühlen, wie klein ich bin, wie wenig Möglichkeiten mir gegeben sind, wieviel Angst mich bestimmt - ER heißt Gott-Held.
Hilfloser Helfer, verwundeter Tröster, ängstliches Kind - ER heißt Ewig-Vater.
Rastloses Herz, panische Gedanken, unruhiges Gemüt - ER heißt Friede-Fürst.
Ohne JESUS ist alles nichts. Und nichts alles. Denn die Herrschaft ruht auf SEINEN Schultern.

Für mich und alle, die ähnlich empfinden:

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Sieben Tage, vier Ärzte

- eine Woche voller Arztbesuche. Hausarzt, Zahnarzt und Augenarzt waren nur Kontrollen, war auch alles ok.
Dem heutigen Besuch im Krankenhaus zur Schrittmachereinstellung sah ich mit mehr Spannung entgegen. Vor vier Wochen schrieb ich nämlich dorthin einen sehr höflichen und sehr sachlichen Beschwerdebrief über den - vorsichtig ausgedrückt - unglücklichen Verlauf meiner OP und den aus verschiedenen Gründen nicht zufriedenstellenden Aufenthalt auf Station.
Heute empfing mich der Chefarzt persönlich in seinem Büro und wir sprachen ausführlich über meine Anmerkungen. Zuerst wollte er sich ein wenig mit solchen Floskeln wie "wie SIE es empfunden haben" herausreden, als ob es eine rein subjektive Angelegenheit gewesen sei. Doch als wir auf die einzelnen Punkte zu sprechen kamen, gab er zu, dass es so nicht hätte laufen dürfen, und er habe auch bereits mit den zuständigen Operateuren gesprochen. Der Hauptzuständige sei übrigens inzwischen in Pension gegangen ("Woraus Sie sehen können, Frau Tobies, dass er ein erfahrener Mann war" -- oder vielleicht auch ein Mann, der zu alt für solche hohen Anforderungen war???).
Wie auch immer. Mir war es wichtig, im Interesse nachfolgender Patienten einen Sensibilisierungsprozess bei den Ärzten anzustoßen, und für mich selber, dass ich das Geschehen angemessen verarbeiten konnte. Nun kann ich die Sache innerlich abschließen, auch wenn ich keine ausdrückliche Entschuldigung erhielt. Aber mein Anliegen ist verstanden und befürwortet worden - und damit habe ich jetzt Frieden darüber.
Ach ja, und ich stehe jetzt weniger unter Strom - die Energiezufuhr des Schrittmachers wurde runtergeregelt, so dass ich die Impulse nicht mehr so heftig spüre. Außerdem hält so auch die Batterie länger! ;-) Zusammen mit einer Umstellung meiner Medikamente dürfte ich also bald wieder meinen alten Zustand erreichen. Und laut Arzt darf ich ab sofort wieder Kopfstand machen oder Fallschirmabsprünge. Na, danke.

Montag, 8. Dezember 2008

Ein Tag wie Samt und Seide

Leise Musik, schummerige Beleuchtung, köstlicher Duft von Kaffee und hausgemachtem Apfelkuchen. Wir sitzen in einem urgemütlichen Café in Bremen im Schnoorviertel, in einem alten verwinkelten engen Fachwerkhaus mit dunkelbraunen Balken, verblichenen Gemälden an den Wänden und Kerzenlicht. Wir feiern unseren 29. Hochzeitstag - die Samthochzeit. Später bummeln wir über den Weihnachtsmarkt - Hartmut muss ein bisschen leiden, er mag übertriebenen Weihnachtsrummel nicht. Aber ich liebe ihn, wenn ich in Stimmung bin. Und das bin ich. Dann am Abend, nachdem wir nur ein paar Schritte vom Trubel seitwärts in die evangelische Backsteinkirche "Unserer Lieben Frauen" getreten sind, umfängt uns die wahre Weihnachtsstimmung: Wir kommen gerade recht zu einer Abendandacht mit Orgelmusik, Liedern und ein paar kurzen Worten. "Die Nacht ist vorgedrungen", eines meiner Lieblingsadventslieder, steht im Mittelpunkt. Hartmut und ich sitzen eng aneinandergekuschelt auf der Bank, er summt das Lied mit, während ich dem Text in Gedanken nachgehe. "... auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der helle Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein ..." Wie oft haben wir das erlebt, dass Jesus selbst als Person unser einziger Hoffnungsschimmer ist - der Stern, der zwischen finsterer Nacht und Morgendämmerung erscheint ... Ich denke an unsere letzten Jahre. Seit unsere Kinder aus dem Haus sind und wir wieder zu Zweit leben, hat unsere Beziehung noch an Qualität und Tiefe gewonnen. Wir fühlen uns wohl miteinander, sind entspannt, und wir haben ein gutes Gleichgewicht zwischen gemeinsamer Nähe und Freiraum für jeden gefunden. In den ersten anstrengenden Jahren unserer Ehe hatten wir unser Leben aufgebaut, später umgebaut, in die Höhe und in die Breite. Jetzt bauen wir wohl mehr in die Tiefe. Wir sind wie zwei Äste an einem Baumstamm, und wir wissen, wo unsere Wurzeln sind.
Später, bei einem richtig guten Italiener mit einem wunderbaren Essen, feiern wir das Ende eines total schönen Tages.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Beauty Day

Heut hab ich mir mal 'nen Wellness Tag gegönnt. Morgens zwei Stunden an der frischen Luft (mit einem Nebenzweck, der an dieser Stelle nicht verraten wird) und nachmittags in unserem schönen neuen Bad bei Kerzenlicht Haarkur, Peeling, Gesichtsmaske, Pediküre, Maniküre - das volle Programm. Jetzt sehe ich mindestens 10 Monate jünger aus.
Und heute abend gehe ich schick essen. Mit meinen lieben Mitstreitern vom Arbeitskreis Gottesdienst.