Donnerstag, 26. März 2009

Auf unterschiedlichen Pfaden ...

... aber im Herzen vereint werden Hartmut und ich im Juni pilgern.
Hartmut hat heute seinenFlug nach Bilbao/Spanien gebucht. "Entdeckungen in der Einsamkeit" wird es wohl auf dem spanischen Camino seit Hape Kerkelings Buch nicht mehr geben. Daher wird er noch ein Stück weit mit der Bahn fahren, um dann die Alternativ-Route des Jakobsweges nach Santiago de Compostella zu gehen: den Küstenweg - anstrengender, weil größere Höhenunterschiede zu bewältigen sind, aber längst nicht so überlaufen. Drei Wochen wird er wohl mindestens unterwegs sein.
Zwei Tage nach Hartmut werde ich auch aufbrechen, nur für eine Woche. Tickets habe ich ebenfalls heute besorgt. Pilgern für Weicheier, in Deutschland halt. Aber wieder allein, was spannend genug ist; Startpunkt ist das Kloster Loccum, Ziel das Kloster Amelungsborn - gute 110 km. Dazwischen eine reizvolle Route durchs Weserbergland, Bückeberge, Vogler, lange Strecken an der Weser entlang. Darauf freue ich mich besonders - wandern mit Blick aufs Wasser ist einfach wunderschön.
Und ab morgen sind wir beide für eine Woche mit unseren lieben Mitgenossen von der Weggemeinschaft in Holland zur Jahresklausur. Bis dann!

Montag, 23. März 2009

Traumarchitektur

Vor einigen Tagen träumte ich, ich stünde in einem Gebäude gewaltigen Ausmaßes, das eine ganz eigenartige Struktur auswies - eine Mischung aus Kathedrale und den surreal anmutenden Zeichnungen M.C. Eschers. Ich spüre noch meine Bewunderung für die fast überirdische Schönheit der gewaltigen marmorweißen Säulen, die scheinbar bis in den Himmel ragten, und meine Überraschung über die Vielzahl der sich abzweigenden Gänge auf unterschiedlichen Ebenen.
Es gab keine Traumhandlung, nur das Empfinden von Staunen.
Wenn ich im Nachhinein versuchen sollte, diese komplizierte Architektur in einer Zeichnung festzuhalten oder in Worten angemessen zu beschreiben - ich könnte es nicht. Und doch war mir das Bild im Schlaf klar vor Augen.
Wie kann das sein? Wie entstehen Dinge in meinem Kopf, die von so außerordentlicher Phantasie zeugen, die ich aber im Leben gar nicht besitze? Mein räumliches Vorstellungsvermögen ist beschränkt, sogar mit dreidimensionalem Sehen habe ich im realen Leben Schwierigkeiten, da ich durch eine Augenfehlstellung nur ein Auge zum Sehen benutze. Wie kann ich nachts Dinge sehen, die ich nie zuvor in meinem Leben gesehen habe und wo ich auf keine vergleichbare Erfahrung zurück greifen kann? Wo kommt das her?
Wenn der Mensch träumt, so sagt man, öffnen sich die Archive seiner Seele. Schon lange beschäftige ich mich damit und habe eine ganze Menge Literatur dazu gelesen. Inzwischen habe ich auch eine gewisse Fertigkeit darin erlangt, meine eigenen Träume zu unterscheiden zwischen unbedeutenden und bedeutungsvollen, kenne Traumsymbole und kann Traum-Empfindungen orten und viele meiner Träume deuten. Manche sind einfach nur wirr und nicht einzuordnen, manche dienen der Verarbeitung des Alltags, manche offenbaren verborgene Empfindungen, Ängste und Beziehungskonflikte, manche kommen dirket von Gott mit Impulsen zur Veränderung in Teilbereichen meines Lebens.
Trotzdem bleibt das Geheimnis: Wo kommen nur solche Bilder her? Irgendwo in uns gibt es wohl unerschlossenes Potential, an das wir im Wachzustand nicht heran kommen. Das ist spannend und faszinierend.

Mittwoch, 11. März 2009

Absturz

Da sinniere ich über den Frühling, während zeitgleich Furchtbares in Winnenden geschieht, was das Leben von 16 Menschen jäh und gewaltsam beendet und das derer Angehöriger und Freunde für immer verändern wird. Das ist so schrecklich, dass es mir das Blut in den Adern gefrieren läßt.
USA, Finnland, Emsdetten, Erfurt ...
Winnnenden habe ich vor einem Jahr auf einer Wanderung als ruhige, gemütliche Kleinstadt mit freundlichen Menschen kennen gelernt. Jetzt herrscht dort Schock und Entsetzen. Schulen sollten sichere Orte für Kinder sein, in denen sie in guter Weise auf ihre Zukunft vorbereitet werden. Es ist ein teuflisches Geschehen, wenn ein junger Mensch so viel zerstörerisches Potential entwickelt.

Frühlingssehnsucht ...


bricht durch alle meine Poren. Ich spüre ihn in dem Windhauch mit dem besonderen Duft, ich höre ihn durch den Gesang der Vögel, ich sehe ihn in den Trieben und Knospen, die sich durch dunkle Erde ans Licht bahnen, ich hole ihn mit Blumen ins Haus ... Die Zeit ist reif.

Rosmarin, Thymian, Oregano & Co. - mein Kräutergarten


Luxus für die Augen






Samstag, 7. März 2009

Behindert

Da ich in einem Hotel arbeite, das in seiner Ausstattung auch an Behinderte wie Blinde und Rollstuhlfahrer gedacht hat und komplett schwellenfrei ist; habe ich fast täglich mit gehandicapten Leuten zu tun. Hier in dieser Umgebung fällt mir eine Behinderung inzwischen gar nicht mehr auf. Hier ist es normal, behindert zu sein.
Trotzdem bin ich natürlich für das Thema sensibilisiert. Wie schwierig es ist, merkte ich heute besonders, als ich die Mail einer Rollstuhlfahrerin beantworten wollte, die im Sommer allein ihren Urlaub bei uns verbringen wird und nach Aktivitäten und Ausflugszielen fragte.
Ich fing munter mit der näheren Umgebung an:
„Unser Hotel liegt sehr ruhig und ländlich am Naturpark Wattenmeer inmitten von Heide, Feldern und Waldgebieten, so dass Spaziergänge …“ Mist, natürlich keine SpazierGÄNGE! Also: "... so dass man daher auch per Rollstuhl die Umgebung erkunden und die frische Luft genießen kann. Vor unserem Hotel befindet sich die Haltestelle der Bus-Linie, die direkt in die Stadt fährt …“ (Hmmm, setzen die wirklich schwellenfreie Busse ein oder kann ein Rollstuhlfahrer ohne Hilfe da vielleicht gar nicht einsteigen? Notiert: Bei der Busgesellschaft nachfragen!)
Weiter: „ … fährt man nach Cuxhaven, wo ein Bummel in der Fußgängerzone …“ Hilfe!!! BUMMEL? FUßGÄNGERzone? Kann ich so nicht schreiben. „Wo man einen kleinen Ausflug in die Einkaufszone unternehmen kann.“ Okay, so klingt’s besser. Hafen, Grünstand an der Bucht, Schiffsverkehr beobachten … das geht. Oder besser: rollt. Dann wird’s schwierig. Schloss, Ringelnatzmuseum, Muschelmuseum - alle nicht schwellenfrei. Sandstrand kann man mit Rolli sowieso vergessen. Die ohnehin knappen Sehenswürdigkeiten in Cuxhaven schrumpfen für Behinderte auf ein Minimum. Ich empfehle noch ein paar Highlights der Nachbarstadt Bremerhaven (dann muss die Arme natürlich wieder mit den Gegebenheiten der Bahn kämpfen) und beende meine Mail mit einem etwas schalen Gefühl in der Magengegend. Es ist unglaublich, von wie vielen Möglichkeiten Behinderte oft ausgeschlossen sind, die für uns Gesunde so selbstverständlich sind.

Sonntag, 1. März 2009

Obsternte

Neueste statistische Erhebungen zeigen: Jeder zweite Deutsche ist ein Apple-User. Der Beweis:

Freitag, 20. Februar 2009

Wortjongleur und Selbstzweifler

Es geht seit Tagen durch die Medien: Heinz Erhardt wäre heute 100 Jahre alt geworden. Da möchte auch ich ihm die Ehre erweisen.
Als Wirtschaftwunderkind bin ich mit ihm aufgewachsen. Zwischen Nierentisch und Tütenlampe besuchte er per erste TV-Geräte unsere deutschen Wohnzimmer, als es nach bitteren Kriegsjahren wieder kalorienreiche Nahrung gab und er als Scherzkeks die humorhungrigen deutschen Seelen fütterte.
Ich mochte ihn als Kind und als Jugendliche: Den guten Beamten Willi Winzig, den Wiwer mit fünf Töchtern, den übergewichtigen Fahrschüler, der sich mit der ebenfalls übergewichtigen Fahrlehrerin Trude Herr in einen VW-Käfer quetscht, um seine katastrophalen Stunden zu nehmen. Das erste Auto meines damaligen Freundes (und heutigen Mannes) war ebenfalls ein Käfer, ich kenne dessen Platzangebot!
Vor allem mochte ich aber seine Bühnenauftritte, bis heute. Zu einer Zeit, da noch nichts vom G-Punkt der Damen bekannt war, brachte er seinen unnachahmlichen G-Sketsch. Oder seine Gedichte, Wortverdrehungen und-spiele. Vieles davon ist zu einem Klassiker geworden, vom "Blähboy" bis hin zum "Leben aus der Zelle", das "bei Strolchen in einer solchen" endet.
Man weiß heute, wie hart er an seiner Kunst arbeitete. Er schrieb:

"Du irrst, wenn du sagst, es sei leicht,
was Leichtes hinzuschreiben,
was lustig - aber nicht zu seicht -
die Sorgen hilft vertreiben.

Leicht ist, ich bitt dich zu verzeihn,
das sogenannte Ernste,
das braucht nicht angeborn zu sein -
das kannste bald, das lernste!"

Seine Karriere begann als Pianist. "Damals wusste ich noch nicht", schrieb Erhardt über seine Anfänge, "ob ich Dichter oder Musiker werden wollte"; und es ist typisch für seinen angstbesetzten Selbstzweifel, dass er hinzufügte: "Ich habe beides nicht erreicht".
Er hat vielleicht nicht das gewonnen, was er sich erträumte. Aber auf andere Weise hat er viel mehr erreicht - Millionen von Menschen hat er befreiendes Lachen geschenkt. Das ist etwas sehr Kostbares.

Samstag, 14. Februar 2009

Freitag, 13. Februar 2009

Keine echte Alternative


Das Original ist mir lieber.

Dienstag, 10. Februar 2009

Das nenne ich mal

einen Winter, der seinen Namen verdient! Seit vier Stunden schneit es ununterbrochen, sehr selten bei uns an der Küste. Und einfach zauberhaft. Das Wischi-waschi-Einheits-Wetter, das wir oft im Frühling, im Herbst und im Winter haben, mag ich gar nicht. Ich mag klar identifizierbare Jahreszeiten. Kontraste. Und unser altes Häuschen gewinnt bei Schnee auch durchaus an Charme. Sowohl von vorne




als auch von hinten.