Samstag, 9. Juni 2007

Gemischtes Wochenende

Mollige Frau zum Spiegel: "Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?" Der Spiegel: "Geh doch mal weg, ich kann ja gar nichts sehen!"

Na, ja, nicht wirklich. Bin jedenfalls mal wieder auf Diät. Etappenziel: 5 kg. Immer eine mühsame Sache. Immerhin ist es zum Glück so heiß, dass sich der Appetit in Grenzen hält. Dafür habe ich mir einen Sonnenbrand beim Streichen des Wintergartens geholt. Übrigens auch eine Form von diätbegleitender Bewegung (statt Sport ...).

Bin super stolz auf mich, weil ich meine Angst vor der Höhe überwunden habe und seit zwei Tagen dabei bin, das Werk, das Annika und ich angefangen haben, jetzt allein zu vollenden. Immerhin ist der Wintergarten vier Meter hoch, der Schreck von Hartmuts Leitersturz ist noch nicht überwunden und es passieren solche Scherze, wie z. B. dass sich eine Spinne direkt neben meinem Gesicht abseilt oder so ein super-cooler Typ im Cabrio spaßeshalber mal eben kräftig auf die Hupe drückt, als er mich sieht, während ich in schwindelnder Höhe versuche, Haltung und Gleichgewicht zu bewahren. Von den - aber meist sehr wohlwollenden - Kommentaren vorbeigehender Nachbarn ganz zu schweigen. Ist halt schwierig, mit halb gedrehtem Oberkörper, Pinsel in der einen und Farbtopf in der anderen Hand ein bißchen Smalltalk zu machen ...

Na, ja, schätze, ich brauche trotz solcher Zwischenfälle nur noch 1,5 Tage. Dann erstrahlt diese hübsche Bäderarchitektur wieder in blendendem Weiß und hält dann hoffentlich noch ein paar Jahre durch.

Morgen am Sonntag werde ich mal - so wie sich's gehört - eine Pause einlegen und mir einen schönen Tag mit meinem Mann genehmigen.

Freitag, 8. Juni 2007

8.6.07: Ein roter Porsche ...


wurde diese Woche von Radio Hamburg an irgendeine Tussi verlost mit der Auflage, die Zuhörer voten zu lassen, ob sie ihn behalten darf oder ihn heute per Knopfdruck in einer Schrottpresse zu einem handlichen Metallwürfel zusammenstauchen wird.

8.6.07: Die Leutchen des G-8-Gipfels tun mal wieder eifrig so, als ob sie ernsthaft nach Lösungen gegen weltweite Armut und Umweltzerstörung suchen. Immer schön mit Gruppenbild!

8.6.07: Ich stehe auf einer hohen Leiter, riskiere dabei mein Leben und kratze alte Farbe von unserm Wintergarten ab, um ihn anschließend neu zu streichen.

8.6.07: Wieder werden heute 'zig tausende Kinder an Wassermangel, Unterernährung und leicht zu behebenden Kankheiten sterben.

Klar rege ich mich über diese unsensible Aktion von Radio Hamburg auf. Was für ein Zeitpunkt während des G-8-Gipfels! Okay, zu jedem anderen Zeitpunkt genau so ein Schwachsinn. Und natürlich ärgere ich mich schwarz über die leeren Versprechungen und Absichtserklärungen der Mächtigen dieser Welt. Und ja, es bedrückt mich, wenn ich von dem furchtbaren Elend der Menschen in Dritte-Welt-Ländern lese und höre. Aber was mache ich in der Zeit? Ich versuche, einen 110 Jahre alten, unter Denkmalschutz stehenden Wintergarten vorm Verfall zu retten. Ist das angemessen?

Ich weiß es nicht. Ich bin ratlos.

Und dann lese ich im stern von anderen „G 8“, den „Guten 8“, Männer und Frauen, die etwas tun gegen Armut, für die Umwelt, gegen Krankheit, für Frieden und Demokratie. Acht Leute, die nicht bei verbaler Unzufriedenheit stehen geblieben sind. Die was eingesetzt und riskiert haben für andere. Das sind für mich lebendige Hoffnungszeichen, die mich anspornen und mir Mut geben. Und ich bete nur, etwas hilflos, aber aus vollem Herzen: „Gott, segne sie über alle Maßen und lass ihre Arbeit erfolgreich sein!“

Dienstag, 5. Juni 2007

Shopping


über sechs Stunden lang mit meiner Tochter - phantastisch! Heute an meinem ersten freien Tag nach gefühlten sechs Wochen Arbeit (es waren nur sechs Tage) sind wir nach Bremerhaven gefahren und haben buchstäblich sämtliche Läden unsicher gemacht und unglaublich viel Spaß dabei gehabt. Mit Annika kann man Pferde stehlen! Und in manche peinliche Situation geraten. Wenn sie z. B. in einem Möbelgeschäft in der Haushaltswarenabteilung mal eben fünf Eieruhren stellt und sich dann schnell in eine andere Etage begibt, um außer Reichweite zu sein, wenn der Spaß losgeht. Oder auf einem Parkplatz vor lauter Lachen nicht mehr gerade einparken kann (wir hatten gerade wieder einen unserer berühmten Lachanfälle, bei dem wir uns einfach nicht mehr einkriegen konnten).
Sie hat in mindestens 12 Umkleidekabinen sommerliche Bikinis und kurze Hosen anprobiert und schließlich auch tatsächlich welche gekauft! Wir haben Geburtstagsgeschenke besorgt, in Buchläden gestöbert und im Café unseren müden Beinen eine Pause gegönnt.
Es war ein total schöner Tag und wir haben ihn in vollen Zügen genossen. Mit Annika unterwegs fühle ich mich richtig jung!

Freitag, 1. Juni 2007

Masoch(r)ist ?

Was soll das Leid auf der Erde? Warum läßt Gott all diesen Jammer und das Elend zu? Warum läuft auch mein Leben, obwohl ich zu Gott gehöre, selten rund, warum muss ich üble Erfahrungen machen und leiden und trauern und feststecken und verzagen und versagen und ...?

„Schmerz und Enttäuschung scheinen der Preis zu sein für Vertrauen und nahe/intime Beziehungen.“ schrieb mir ein Freund. Genau das ist meine Erfahrung. Die Tiefe des Lebens läßt sich offensichtlich nicht ausloten ohne Schmerz. Ohne Leid bekomme ich von der Fülle des Lebens nur sehr wenig mit. Meine Erfahrung jedenfalls. Sind wir Christen Masochisten? Ich hoffe nicht. Wir haben genau so wie Menschen, die Gott nicht kennen, den an sich gesunden Impuls, vor allen negativen Gefühlen und Erlebnissen zu fliehen.

Aber trotzdem - für mich wichtige Erfahrungen, die mich wirklich weiter gebracht haben, waren immer mit Leid verbunden. Mit dem Gang/dem Stolpern durch Tunnel oder Wüste. Mit Durststrecken und steinigen Wegen. Mit Angst und Ungewissheit und Zweifel. Und mit Enttäuschung. Weil Ent-täuschung notwendig ist, mich von falschen Vorstellungen zu lösen. Um überflüssigen Ballast los zu werden. Schmerz und Leid haben oft reinigende Wirkung. Weisen auf's Wesentliche hin.

Ich mag's nicht. Wer schon? Nur manchmal – nicht immer - zeigt sich der Wert solcher Erfahrungen. Wenn man reflektiert lebt und die Dinge sehr bewußt angeht und verarbeitet, wenn man nicht zuläßt, dass einen die Umstände bitter und hart werden lassen (mit Gottes Hilfe), dann stehen die Chancen sehr gut, dass man als ein anderer, besser für das Leben vorbereiteter Mensch daraus hervorgeht. In der Schwäche liegt die Stärke ... Könnte man stundenlang drüber nachdenken.

Mittwoch, 30. Mai 2007

Freundschaft

war nicht nur der Titel des diesjährigen Dünenhof Festivals, sondern auch von mir erlebte Realität an diesem Pfingstwochenende – und das auf ganz verschiedenen Ebenen.



Zuerst rückte am Donnerstag die ganze Familie samt fünf Wochen junges Enkelkind und Ralf an. Trubel im Hause Tobies. Ich liebe solche Stunden und Tage! Und diesmal war es durch Sara noch mal etwas ganz Besonderes. Sie zu beobachten und im Arm zu halten ist einfach beglückend für mich. Mein Herz fliegt ihr zu. Ich kenne sie doch kaum, aber ich liebe sie schon so sehr. Der Blick aus ihren blauen Augen, so aufmerksam und neugierig ... wenn sie ihren kleinen Mund zum Lächeln bringt ... ihre Versuche, mit uns zu kommunizieren, erste kleine Tönchen zu produzieren, die später einmal Sprache werden ... ihren festen Schlaf, während wir sie schaukeln ... so viel Vertrauen ins Leben und in Menschen, noch so ungebrochen und unverletzt. Das berührt mich sehr.

Ralf war nach einem Jahr das erste Mal wieder in Cux. bei uns. Auch etwas Besonderes und sehr schön. Die Freundschaft geht weiter!

Dann die vielen vertrauten Gesichter auf dem Festival. Begegnungen, Umarmungen, Gespräche: „Was machst du inzwischen? Wie geht es dir? Hast du noch ...? Wirst du ...? Welche Pläne ...?“ Erzählen vom eigenen Ergehen. Anknüpfen dort, wo man letztes Jahr aufgehört hat, ohne Bruch. Auch das ist Freundschaft. Und das Zusammenwirken unter uns WegGemeinschaftlern. Alles läuft, jeder hat seinem Platz. Das Vertrauen in die speziellen Gaben und das Können des Anderen ist von Jahr zu Jahr gewachsen. Wir lassen einander das machen, was jeder eben am Besten macht. Und das Ergebnis ist ein Festival, auf dem sich (hoffentlich) viele Menschen wohl fühlen und etwas für sich gewinnen können.

Dann natürlich Gail und Gordon. Ich liebe es, wenn Gordon im Eilschritt an mir vorbei geht und mir „Hi, Su!“ zuruft. Da steckt inzwischen Vertrautheit und Ungezwungenheit drin. Und Gail, die einem ihre kleinen Ermutigungskarten zusteckt ...

Eine neue, vorsichtig beginnende Freundschaft mit Peggy und Tony Campolo. Zuerst wollten sie gar nicht kommen, taten es nur Gordon zuliebe. Und dann ihre Aussage beim gemeinsamen Abschlussessen: „Wir sind berührt von eurer Gemeinschaft und nehmen von euch so viel mit ... Das wird uns noch lange beschäftigen“.

Viele schöne Erfahrungen und Geschenke, die nur Freundschaft hervorbringen kann. Aber es gab in diesen Tagen auch Worte und Sätze, die mein Herz heftig trafen, die an mir nagen und stechen, in mir Unruhe und Trauer auslösen. Ich weiß, woran ich zu arbeiten habe. Und das ist nicht leicht. Aber auch das ist Ergebnis von Freundschaft – menschlicher und göttlicher, und dem möchte ich mich stellen.

Ich bin sehr dankbar für jeden Menschen, der sich auf Freundschaft mit mir einläßt, für allen Mut, ehrlich zu sein, für jede freundliche Geste und jedes ermutigende Wort. Mein Leben ist reich dadurch.

Sonntag, 20. Mai 2007

Das ist Leben

Wenn ich so angesichts des u.g. Films über mein Leben nachdenke, bin ich echt froh und sehr dankbar, dass ich diesen "grauen Alltag", dem die Männer zu entkommen suchen, nur selten erlebe. Ich befinde mich zwar auch in den "mittleren Jahren", aber von Langeweile und Routine keine Spur. Manchmal denke ich sogar, aus meinem Leben könnte man locker zwei oder drei machen. Eher alles bißchen viel ...
Aber trotzdem möchte ich keinen meiner Lebensbereiche missen: meine Ehe, meinen Kontakt zu unseren Kindern, meine sehr abwechslungsreiche Arbeit, mein "Rumpuzzlen" in Haus und Garten, meine Lebensgemeinschaft, die Seminare auf dem Dünenhof, meine Gemeinde, mein Schreiben am heimischen Schreibtisch, mein stundenlanges Lesen und was man sonst noch so macht ...
So will ich's haben, trotz mancher Kämpfe um Prioritäten. Ich kann in all dem, vor allem, wenn ich mich auf schwankendem Boden befinde, mich immer wieder zu meinem Mittelpunkt und Ruhepol begeben - zu Gott - und Kraft tanken und mich neu ausrichten lassen. Wenn ich's nur öfter täte!
Nur eines kann mir gestohlen bleiben: Die jährliche Steuererklärung!

"Born to be wild ...

- saumäßig unterwegs" ist zwar ein saublöder Titel, aber ein saukomischer Film über vier Herren mittleren Alters, die noch mal richtig auf den Putz hauen und dem grauen Alltag bzw. diversen Problemen daheim entfliehen wollen.


Doug (Tim Allen, den ich mag, seit er als Hauptdarsteller der Serie "Hör mal wer da hämmert" unser Familienleben mit geprägt hat), Woody (John Travolta, den ich nicht mag) sowie Bobby (Martin Lawrence) und Duddley (William H. Macy, superkomisch als Trottel, dem - fast - alles schief geht) machen sich mit ihren Bikes auf die Piste Richtung Pazifik und erleben als vier ungleiche Typen etliche ungewollte Abenteuer, ein paar Zusammenstöße mit einer anderen Gang, einem Bullen (Tier), einem schwulen Bullen (Cop) und einem Chilligericht. Einige handfeste Schlägereien, ein abgefackeltes Zelt sowie dito Bikerbar spielen ebenfalls eine Rolle. Ein Film übers Älterwerden, (Männer)freundschaft, Mut und Abenteuerlust. Nicht sehr tief, aber in großen Strecken so richtig zum Ablachen! Tat Hartmut und mir jedenfalls gut, ihn zu sehen. Anschließend Döner am Strand. Schön!

Mittwoch, 16. Mai 2007

"Zurückhaltung ist nicht erforderlich" ...

...



stand auf der Einladung unserer weiblichen Jahresteamer an uns weibliche Hauptamtliche des Hotels. Gemeint war: Bitte "aufbrezeln" ohne Limit für ein festliches Dinner. Also fuhren wir sechs Damen in schicker Abendrobe nach Berensch, wo wir von den jungen Damen empfangen und in den Wintergarten geleitet wurden.
Dort wartete ein wunderschön gedeckter Tisch und leise Musik auf uns, und man servierte uns ein selbstgekochtes chinesisches 3-Gänge-Menu: Frühlingsrollen mit diversen Saucen, Bami Goreng und Orangencremedessert. Alles hübsch auf Tellern angerichtet und echt professionell dekoriert. Warum das Ganze? Sie wollten uns einfach mal was Gutes tun! Großartig! Ich bin echt bewegt, wie toll diese jungen Frauen sind. Es wurde ein richtig schöner Abend!

Sonntag, 13. Mai 2007

Ein El Dorado ...

... war in den letzten Wochen unser heimischer Baumarkt, aus dem wir 'zig laufende Meter an Rigips, Spanplatten, Dachlatten und Isomaterial sowie literweise Silikon und Bauschaum entfernt und dafür im Gegenzug viel Geld dagelassen haben ...


Das Ergebnis kann sich langsam sehen lassen. Von außen sah unsere "Hütte" schon seit einiger Zeit recht gut aus. Danach war Hartmut wochenlang durch seinen Unfall lahm gelegt. Doch jetzt geht's wieder einigermaßen und der Innenausbau schreitet gut voran.
Gestern haben Hartmut und ich drinnen auf Gartenstühlen Platz genommen und das Raumgefühl auf uns wirken lassen. Es wird uns riesig Spaß machen, das Zimmer von Grund auf neu einzurichten, beschränkt nur durch unser Budget. Die Richtung aber ist klar: Sehr urig, gemütlich, leger, mit Kaminofen, Bücherregalen, bequemen Sofa, Stehlampen, selbstgestalteten Kunstwerken. So richtig zum Wohlfühlen.
Das sollte unser Gästezimmer werden. Ich denke aber, es wird auch unser zweites Wohnzimmer, vielleicht sogar unser Hauptwohnzimmer. Wenn alles gut geht, wird's im Herbst fertig sein, vier Jahre nachdem wir in die Catharinenstraße gezogen sind und ein Jahr, nachdem wir mit dem Anbau begonnen haben. Dann gibt's Party und alle sind eingeladen!

Freitag, 4. Mai 2007

"Armut und Reichtum...

gib mir nicht, lass mich aber mein bescheiden Speise dahinnehmen ..." (Sprüche 30, 8)
Heute morgen 7:30 Uhr betrat ich guter Dinge die Filiale der Sparkasse, um ein wenig Geld abzuheben. Doch jemand war vor mir da gewesen und hatte seinen Mageninhalt über den Automaten ausgegossen. Ich kann ja verstehen, dass einem beim Anblick des Kontostandes übel wird, aber ...
Außerdem, so wörtlich wollte ich das Bibelwort denn doch nicht verstanden wissen. Jedenfalls verließ ich die Stätte genau so reich oder arm, wie ich gekommen war. ;-)